Derzeit ist das klassische Bild der Männer im Wandel, denn sie sind nicht mehr allein Ernährer sondern sollen und wollen sich auch um ihre Familie kümmern. Eine Studie des Zentrums Gender Studies der Universität Basel zeigt, dass sie damit stark unter Druck geraten. Hierzu hat man 60 Akademiker interviewt, teils mit und teils ohne Kinder. Bei Akademikern spitzen sich manche Entscheidungen zu, da sie auf Grund des Studiums und der Karriere der Partnerin häufig erst spät an den Kinderwunsch denken. Doch auch in anderen Milieus ist die Situation ähnlich.
Väter gelten als Hauptverdiener der Familie. Für Männer und auch die Gesellschaft ist das Bild des Ernährers noch immer ein wichtiges. Jeder der anders handelt, gerät in Erklärungsnot. Doch wenigstens hat sich die Einstellung zur Familie geändert. Die meisten Männer wollen es anders machen wie ihre Väter und nicht so distanziert sein, sondern teilhaben am Familienleben. Damit wollen sie auch von der Zeit her öfter mit ihrem Nachwuchs zusammen sein.
Die Gesellschaft hat an Eltern immer höhere Ansprüche, was jedoch nicht für den Beruf gilt. Wer beides kombinieren will, etwa Teilzeit bei Männern, kann dies kaum realisieren. Daher geben manche auf und verzichten sogar auf eine Familienplanung, da sie nicht glauben Familie und Beruf zu vereinbaren.
Doch Familiengründung gibt auch neue Chancen. So suchen sich manche Männer eine neue berufliche Aufgabe, oder die Partner teilen sich die Erwerbstätigkeit untereinander anders auf, damit sich immer ein Teil der Betreuung des Kindes widmen kann. Gerade Männer legen Wert darauf nicht nur Zeit mit ihren Kindern zu verbringen sondern auch Freiräume zu haben für Hobbys und Freunde. Daher ist zu beobachten, dass es heute kaum noch einen festgelegten Alltag gibt, sondern die Rollen immer neu verhandelt werden.
Die Rolle des Mannes ist im Umbruch. Es deutet einiges darauf hin, dass in Zukunft alte und neue Rollenbilder nebeneinander existieren. Zwar sind manche Männer noch sehr unsicher und fügen sich lieber in die traditionelle Rolle. Doch die neuen Vatermodelle werden durch die Akzeptanz der Gesellschaft gestärkt.
Auch in der Politik wird eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer gefordert. In vielen Berufen ist es noch Neuland, Teilzeitstellen oder eine Reduzierung der Arbeitszeit herbeizuführen. Doch noch ist ein Umdenken schwer, denn es werden weiterhin eine Vollzeitkarriere und Überstunden als völlig normal angesehen, auch bei Familienvätern.
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